Freizeit

Bootswandern

Ein wenig bekanntes Gebiet in unseren Breiten ist der Kanu- oder Kajakfreizeitsport. Für Interessenten ist die "Mönkebrücke" am Friedeburger Tief ein idealer Ausgangs- und Einstiegspunkt. Das Tief, ein naturnaher Fluss, war vor den Eindeichungen ein Teil der Maade und mündete direkt in die Nordsee.

Von hier aus kann man zu eintägigen oder auch zu mehrtägigen Fahrten auf interessanten Gewässern starten.

Vorschlag für eine eintägige Fahrt

Zuerst geht es Richtung Osten, dann nach ca. 2 km , bei Sichtweite des Schlosses Gödens ( bewohntes Wasserschloss der gräflichen Familie von Wedel ), biegen wir links ab in das Emder Tief. Nach weiteren 1,5 km erreicht man den Ems -Jade-Kanal. Hier bleibt das Übersetzen in den höhergelegten, eingedeichten Kanal unumgänglich. Die Fahrt geht dann in westlicher Richtung weiter bis zum Ort Hoheesche (übrigens: dieser Ort war mit 28 Einwohnern bis zur Gebietsreform die kleinste selbständige niedersächsische Gemeinde).

Das linksseitige Ufergelände hinter der Brücke eignet sich hervorragend für eine ausgedehnte Rast. Sollte man sich die Füße vertreten wollen, bietet sich das angrenzende, bewaldete Landschaftsschutzgebiet "Hohe Horst" zu einem Erkundungsgang förmlich an.

Bei der Weiterfahrt lassen wir den Ort Reepsholt entweder rechts liegen, oder wir nutzen die Gelegenheit für eine Besichtigung des Ortes mit seiner überregional bekannten Kirche mit der Glockenturmruine.

Ungefähr 750m hinter der Klappbrücke müssen wir dann in das Wieseder Tief übersetzen. Hier beträgt der Abstand zwischen den Gewässern nur einige Meter. Von hier aus geht es dann weiter, wieder in östlicher Richtung bis zur Flussgabelung "Dree Deepen". Nach einer kurzen Rast nehmen wir das Schlussstück bis zum Ausgangspunkt "Mönkebrücke" in Angriff.

Gesamtfahrstrecke ca. 12 km

Vorschlag für eine zweitägige Fahrt

Ausgangspunkt ist wieder die uns schon bekannte Mönkebrücke. Wir fahren das Friedeburger Tief in östlicher Richtung (Achtung: Hauptlinie fahren, es gibt hier verschiedene Abzweige) und erreichen nach ungefähr 5 km die Brücke der Bundesstraße B 436.

Von dieser Warte aus lohnt sich, trotz eines längeren Fußmarsches, der Besuch des Dorfes Neustadt-Gödens mit seiner einmaligen Siedlungs-Bevölkerungs-und Gotteshäuserstruktur. Alternativ kann dieser Ort auch abstechend direkt angefahren werden.

Nach einer Rast am ausladenden Uferrand geht es weiter durch das Gebiet des ehemaligen schwarzen Bracks. Wir erreichen nach 2 km den Ort Ellenserdamm. Hier erfolgte auf Anordnung des oldenburgischen Grafens im 17. Jahrhundert die Deichziehung und die Errichtung eines Sieles. In erster Linie ging es um eine hoheitliche, von uns streitbaren Ostfriesen unabhängige, Landverbindung zum Jeverland.

Nach weiteren 2 km stellt sich uns das Sperrwerk Petershörn in den Weg. Entweder schlagen wir hier, in Absprache mit dem Sperrwerkswärter, unser Nachtquartier auf, oder wir setzen über und übernachten auf einem Campingplatz im Badeort Dangast. Dieses älteste oldenburgische Seebad ist lohnend für eine ausgiebige Erkundung. Berühmt ist Dangast aber in erster Linie durch seine Künstlerkolonie geworden. Auslassen sollte man keinesfalls einen Besuch des originellen, alten Kurhauses.

Am nächsten Morgen treten wir dann unsere Rückfahrt in umgekehrter Richtung an. Wieder in Ellernserdamm können wir uns, nach am Vortag getätigter Absprache, das liebevoll gestaltete Privatmuseum an der Hauptstraße nicht entgehen lassen. Eine mittägliche Rast am Flussufer sollten wir auf der Höhe des Zuflusses des Zeteler Tiefs einlegen. Gestärkt nehmen wir dann die restlichen 8 km bis zum Ausgangspunkt Mönkebrücke in Angriff. Zurück im Dorf lässt sich dann der erworbene Durst in einer der beiden Gaststätten stillen.

Gesamtfahrstrecke ca. 30 km

Wanderungen

Unsere Landschaft bietet sich für ausgedehnte Wanderungen förmlich an. Nachstehen einige Vorschläge für Touren von jeweils ungefähr zweistündiger Dauer:

Tour 1

Wir starten unseren Gang am Albertus Seba Platz im Loog und marschieren in südlicher Richtung die Dorfstraße bis zur ersten Gabelung in Richtung Moorstrich. Hier sollten wir gleich Gelegenheit für eine Erkundung der Uferrandbereiche des großen Baggersees nehmen. Für eine erste kurze erste Rast bietet sich die Grillhütte natürlich an.

Unser Weg führt uns weiter bis zur zweiten linksabbiegenden Straße in östlicher Richtung. Vor uns sehen wir dann die Gallerieholländermühle und die Kirche des Dorfes Horsten. Nach ungefähr 500 Meter biegen wir nach links, um weitere 500 Meter entlang des Kalvschloots (Kälbergraben) zu marschieren. Rechtsabbiegend und entlang des Windschutzstreifens erreichen wir eine Wegegabelung und wenden uns nach links in das weitläufige Gebiet des Schwarzen Bracks.

In einer Entfernung von gut einem Kilometer sehen wir in einer Baumansammlung das Schloß Gödens der Grafen von Wedel. Bei guter Sicht können wir auch Gebäudeteile von Wilhelmshaven entdecken (Kraftwerk, Fabrikanlagen usw.). Scheinbar greifbar nahe stehen die vielen Windmühlen von Sande, die in stetiger Emsigkeit schadstofffreie Energie erzeugen und abliefern.

An der Wegegabelung sollten wir in der herrlich freien Natur eine Pause, vielleicht ein Picknick einlegen. Gestärkt geht es dann weiter in westlicher Richtung. Nach gut einem Kilometer erreichen wir den Kleiweg, den wir in Richtung Ausgangspunkt nutzen. Hier angekommen, sollten wir nicht versäumen, die Umgebung der Kirche näher kennenzulernen. Eine ausgiebige Rast auf dem Seba-Platz bildet den Abschluss.

Tour 2

Ausgangspunkt dieser Wanderung ist der Parkplatz der Wirtschaft Coordes (dieser Platz wird auch als dörflicher Festplatz genutzt). Wir begeben uns in östlicher Richtung bis zum ersten linken Abzweig. In Richtung des Flurteiles Kronsdobben sehen wir ein unverfälschtes, größeres Gulfhaus. Nachdem wir die zu beiden Wegseiten liegenden Mischwäldchen hinter uns gelassen haben, erreichen wir das Gebiet des "Düwelshörns" (Teufelsland), einem früher ausgedehnten Sumpfgebiet. Das zu überquerende Gewässer hat den Namen "Gooseschloot", hochdeutsch "Gänsegraben".

Nach weiteren 500 Meter biegen wir linksseitig in den Düwelshörner Weg ein und sollten nun Gelegenheit für eine Pause nehmen. In naher Entfernung sehen wir zur rechten Hand in Reihe die Dörfer Abickhafe, Hoheesche und Reepsholt. Entlang des Windschutzstreifens kommen wir nun ins Etzeler Münsterland. Ab hier durchwandern wir auch die Wallheckenlandschaft mit dem knorrigen Eichenbaumbestand.

Nachdem der Münsterländer Weg hinter uns liegt, erreichen wir den Riepener Weg, eine Straße, die den äußeren Rand der Geest tangiert. Nach 200 Meter erreichen wir eine Sitzgelegenheit, die uns zu einer Rast einlädt. Die Reststrecke bis zum Ausgangspunkt durch "dicht" besiedeltes Gebiet ist schnell erreicht. Sollten Kinder unsere Tour begleitet haben, können sie sich auf dem Bolzplatz austoben. Die Erwachsenen können dann die Zeit für einen erfrischenden Umtrunk in der gastlichen Wirtschaft von Coordes nutzen.

Tour 3

Wir wählen diesmal als Ausgangspunkt den Parkplatz der Gastwirtschaft der Familie Wilken. Vorbei am Vogelturm wandern wir das erste Teilstück auf dem Radweg der B 436 bis zur Überquerung der Straße in Richtung Hohejohls entlang. Als erstes fallen uns die Köpfe der unterirdischen Kavernenanlagen für die Aufnahme von Erdgas und Rohöl auf.

Nach ungefähr einem Kilometer erreichen wir einen Kreuzungspunkt, der mit einer gut fünfundsechzigjährigen Eiche bestanden ist. Dieser Baum wurde seinerzeit zu Ehren eines damals regierungsverantwortlichen Menschen gepflanzt (aber - was kann der arme Baum dafür).

Unser Weg führt uns weiter in südliche Richtung in das Gebiet des Niederungsmoores. Hier im "Filkov" finden wir noch Reste des mittlerweile abgestorbenen Moores. Wenn wir Glück haben, können wir auf Restmoorstücken grasende, graue, gehörnte Heidschnucken antreffen. Nachdem wir den Weg zum Hilgenmoor eingeschlagen haben, sollten wir uns den rechtsseitig belegenen, künstlich angelegten Moorteich ansehen und hier eine Rast einlegen.

Gestärkt nehmen wir nun die Reststrecke entlang des Baumschulgeländes bis zur Bundesstraße in Angriff. Wenn wir jetzt den Radweg parallel zur Bundesstraße in Richtung Westen wandern, sehen wir linksseitig die Hünengrabanlage von Stapelstein - natürlich Anlass, eine kleine Pause einzulegen.

Die restliche Strecke bis zur Straßenüberquerung zum Alten Postweg schaffen wir in gut 5 Minuten. Gleich rechts zweigen wir dann ab zur Anlage des Forellenhofes.

Nach Ansprache des Fischereimeisters wird uns sicher gestattet werden, die idyllisch gelegene Anlage zu besichtigen.

An unserem Ausgangspunkt werden wir sicherlich Gelegenheit nehmen ,es uns im gemütlichen Biergarten gut gehen zu lassen.

Angeln in Etzel

Am problemlosesten dürfte für den auswärtigen Anglerfreund das Angeln mit der Rute in der Forellenteichanlage, an der Bundesstraße hinter der Gastwirtschaft Wilken belegen, möglich sein.

Die von 1960 bis 1970 ausgebeutete Kiesgrube hat ein Geländevolumen von ca. 180 000 und einer Wasserfläche von über 60 000 Quadratmetern. Der Ufersaum ist teilweise artgerecht bewachsen und hat auf dem Landbereich einen natürlichen Strauch- und Baumbewuchs. Bei einem ständigen Bestand von Barschen, sowie Bach- und Regenbogenforellen mit einem Gewicht bis zu 16 Pfund, sind die Fangmöglichkeiten auch für ungeübte Angler nahezu ideal. In der Angelhütte können Angelgeräte und diverse Köder erstanden werden.

Da Angelfreunde diesen Fischbetrieb von weit her ansteuern, nimmt diese Form des Angelns auch für den Fremdenverkehr einen gewichtigen Stellenwert ein.

Eine weitere Möglichkeit des Angelns bietet sich an dem Baggersee auf dem Moorstrich. Hierfür können Angler, die im Besitz eines Prüfungszeugnisses sind, einen Berechtigungsschein bei der Gemeindeverwaltung erwerben.

Der Friesensport

Immer wieder staunen verständnislos Gäste aus dem fernen "Deutschland", wenn vor allem an den Wochenenden Gruppen von Eingeboren bemüht sind, irgendwelche Kugeln über die Etzeler Dorfstraße zu werfen. Dabei kann auch noch wild gestikuliert und aufgeregt palavert werden. Wenn dann auf Nachfrage erklärt wird, es werde hier eine Sportart namens "Boßeln" betrieben, ist immer noch keine Aufhellung eingetreten.

Also hier zumindest ein Versuch zur Aufklärung:

Zuerst bilden sich zwei gleichstarke Mannschaften, die gegeneinander antreten. Das Wurfgerät hat einen Durchmesser, differenziert nach Altersklassen, von 9 - 12,5 cm. Ursprünglich waren die Kugeln aus Hartholz (meistens Pockholz) gefertigt, heute werden aber Hart- und Weichkunststoffmischungen bevorzugt.

Am Anwurfpunkt wird die Kugel vom jeweiligen ersten Werfer jeder Gruppe mit Anlauf und geradem Arm schwungvoll auf eine möglichst große Weitenstrecke geschickt. Die Reihenfolge der Werfer ist feststehend. Es folgt der zweite Werfer gegen den gegnerischen zweiten Werfer usw.. Da in der Regel 10 Runden geworfen werden, müssen oft Strecken, je nach Leistungsfähigkeit und Größe der Gruppen der Werfenden, von bis zu 10 Kilometer zurückgelegt werden.

Gepunktet wird bei diesem Spiel durch Erkämpfen eines "Shöt`s". Erlangt wird ein solcher Shöt, wenn zwei Werfer einer Mannschaft mit ihren Würfen nicht die Weite eines Werfers der gegnerischen Mannschaft erreichen. Damit aber die vorher festgelegte Paarigkeit beibehalten wird und weil wir Friesen auch nicht so gerne rechnen, muss der nächste Werfer der punktenden Mannschaft aussetzen. Am Ende des "Kampfes" werden die gewonnenen Shöt und die abzutretenden Meter gewertet.

Diese Boßelspiele werden von beiden Geschlechtern in allen Altersklassen betrieben. Gekämpft oder gespielt wird in verschiedenen Leistungsklassen bis hin zur Landesliga, hauptsächlich in den Monaten mit einem "r" im Wort.

Bemerkenswert an diesem Spiel ist, dass Menschen von 3- 93 Jahren diesen Sport ausüben können.

Mit dem Fahrrad touren

"Plattes" Land prägt auch unseren Ort und seine umgebenden Dörfer. Da in unseren Breiten im Laufe der Zeit zudem ein dichtes Netz von Rad- und kleinen Wirtschaftswegen gebaut worden ist, bieten sich ausgedehnte Radwanderungen in der reizvollen Landschaft geradezu an. Die überwiegenden Landschaftsformen, Geest, Moor und Marsch, und die vielen Baudenkmäler mit ihren Geschichten, machen jede Radtour zu einem Erlebnis.

Vorschlag für eine Tour in den Süden

Diese Tour soll uns in die waldreiche "Friesische Wehde" bringen. Als Ausgangspunkt wählen wir den "Albertus Seba"-Platz im Schatten der ehrwürdigen, alten Kirche.

Wir fahren zunächst über die Kirchwarf in östlicher Richtung in die Altmarsch des Hammrichs, einem Teil des ehemaligen "Schwarzen Bracks". Nach ca. 1,5 km erreichen wir die Grenze zu unserem Nachbardorf Horsten. Ein weiterer Kilometer trennt uns von der erst errichteten Windkraftanlage der Region. Diese Maschine, mit einer Leistung von 80 kW, führt seit nunmehr schon über einem Jahrzehnt, störungsfrei seine erzeugte Energie dem öffentlichen Stromnetz zu.

Weitere 500 m trennen uns von der zu überquerenden Bundesstraße. Rechtsabbiegend finden wir die Nachbildung eines preußischen Schlagbaumes, ohne hier Wegezoll entrichten zu müssen. Die sehenswerte Horster Kirche ist erster Anlass zum Absatteln. Auch dieses, im 13. Jahrhundert aus Granitquader und Backsteinen erstellte Bauwerk steht ähnlich der Etzeler Kirche, auf einer geschütteten Warf (Wurt).

Einige hundert Meter weiter, an der Straße in Richtung Klein Horsten, steht die einzige noch intakte und sporadisch betriebene Windmühle unseres Raumes. Bei dieser Mühle handelt es sich um einen zweistöckigen Gallerieholländer mit einer Windrose zur Steuerung der Flügelkappe. Die Mühle wurde 1838 erbaut und kann nach Absprache mit dem Müllermeister auch besichtigt werden.

In dem Siedlungsgebiet hinter der Mühle steht eine Replik eines Sonnensteines mit einem Durchmesser von 1,10 m aus rötlichbraunem Granit. Vermutlich stammt dieser symbolträchtige Stein aus dem zweiten vorchristlichen Jahrhundert. Dieser Sonnenstein ist der größte und schönste seiner Art, der jemals in Deutschland entdeckt wurde.

Nach weiteren 500 m biegen wir links ab und befahren einen idyllischen, schmalen Radweg in südwestlicher Richtung.

Bald erreichen wir den Grenzschloot (Schloot= Graben) zwischen dem ostfriesischen Hoheitsgebiet und dem Oldenburgerland. Der Grenzort Bohlenberge liegt auf einem ausgedehnten Geestrücken. Für Interessierte bietet sich hier ein Abstecher querfeldein nach Bohlenbergerfeld ins liebevoll zusammengestellte Schulmuseum, an.

Den Hauptort der Friesischen Wehde, Zetel, erreichen wir nach gut 3 Kilometern. Dieser Ort war noch in den fünfziger Jahren die Hochburg der nordwestdeutschen Textilindustrie und beherbergte zudem eine ganze Reihe von kleinen Industriebetrieben (Herstellung von Holzschuhen, Holzstielen aller Art und vor allem von Ziegelsteinen).

Bei Erreichen des Zeteler Marktplatzes fahren wir weiter in Richtung des nord-deutschen Klinkerzentrums Bockhorn. Beidseitig der Straße entdecken wir stilvolle Bürgerhäuser aus mehreren Epochen und erreichen nach ungefähr einem Kilometer die Zufahrt zum Urwald. Diesen, tatsächlich im Urzustand belassenen Wald, durchqueren wir auf Schotterwegen in Richtung Neuenburg. Charakteristisch für diesen seit 1880 geschützten Wald sind die mächtigen, knorrigen und vom Wind verdrehten Eichenbäume. Angenehm wird jedem Radwanderer, vor allem im Sommer, die Kühle des Waldes und der eigentümliche modrige Geruch im Schatten der Ur-Bäume bleiben. ( Sollten wir schon vorher eine Abkühlung nötig haben, bieten sich die Freibäder der genannten Orte förmlich an).

Nach Austritt aus dem Wald fahren wir in westlicher Richtung in den Ort Neuenburg und machen spätestens am Schloss einen Halt. Der Vorgängerbau wurde um 1460 als Grenzfeste gegen uns Ostfriesen errichtet. Heute wird das Schloss für kulturelle Veranstaltungen genutzt und beherbergt ein kleines Heimatmuseum. Das benachbarte Bahnhofsgebäude ist ebenfalls Herberge für zyklisch stattfindende Kulturveranstaltungen.

Nachdem wir diesen liebenswerten Ort verlassen haben, treffen wir im Ortsteil Ruttel auf eine merkwürdige Ansammlung von kleinen Windmühlen im Schatten einer großen Galleriemühle. Eine Rast sollte auch hier nicht ausgelassen werden.

Nach einer Strecke von 2 Kilometern erradeln wir den Grenzort Marx und sind wieder im heimatlichen Ostfriesland. Nachdem wir die Granitquaderkirche St. Markus ( hieraus ist möglicherweise auch der Ortsname abgeleitet ) erreicht haben, biegen wir rechts, nach 500 m am Pfadfinderhof links, in das Gebiet des Etzeler Niederungsmoorgebiet ab. Wir müssen nun nur noch die Ortsteile Hohejohls, Riepen und Pumperhörn durchfahren um wieder den Ausgangspunkt im Loog zu erreichen.

Länge der Tour ungefähr 32 km

Vorschlag für eine Tour in den Nordwesten

Ausgangspunkt ist diesmal wieder der "Albertus Seba"-Platz im Ortsteil Loog. Wir fahren in die nördliche Richtung, in das Gebiet der Altmarsch, überqueren die Mönkebrücke und erreichen nach zweieinhalb Kilometer den Ems-Jade-Kanal in der Gemarkung des Ortes Abickhafe. Die im Jahr 2001 fertiggestellte, neue Klappbrücke überqueren wir nicht, sondern fahren linksseitig des Kanals in Richtung Hoheesche.

Hier haben wir die Möglichkeit, eine erste Rast auf der gemeindlichen Anlage im bewaldeten Landschaftsschutzgebiet "Hohe Horst" einzulegen.

Nach gut einem Kilometer sind wir an der Klappbrücke von Reepsholt angelangt . Ein Abstecher führt uns zur, für dörfliche Verhältnisse gewaltigen, Kreuzkirchenanlage mit der auffallenden Turmruine. Nach Meinung von Altertumsforschern soll dieses, auch als Wehrturm dienende Gebäude, im dreißigjährigen Krieg untergraben und zum Einsturz gebracht worden sein. Aber selbst Nichtostfriesen sollte man nicht die Absicht unterstellen, in beutemachend wollender Absicht sich selbst verschütten zu wollen. Es wird wohl einfach nur so gewesen sein, dass der überschwere Turm wegen fehlender Fundamente einfach eingestürzt ist. Zurück an der Klappbrücke fahren wir linksseitig des Kanals weiter bis zur Wassermühlenbrücke. Auf dieser Strecke begleitete uns das in starken Windungen verlaufende Wieseder Tief mit den nassen und von seltenen Pflanzen bestandenen Niederungswiesen.

Weitere 3 Kilometer trennen uns von der Wieseder Schleuse, einem interessanten Bauwerk zur Überbrückung der Höhenunterschiede. Wenn man auf der Brücke vor dieser Anlage steht, fühlt man sich in die Zeit der Kanalerrichtung vor über hundert Jahren zurückversetzt. Vielleicht hat man während der Rastzeit ja auch das Glück, dass zeitgleich ein Boot geschleust wird.

Gleich neben der Schleuse befindet sich die Anlage von "Dokters Pütt" (Pütt gleich Brunnen). Beim Graben des Kanals brach seinerzeit ein reines Quellwasser durch . Die Analyse des Vertrauensarztes Dr. Strömer aus Etzel ergab, dass dieses Wasser stark mineralhaltig war. Nichts lag für den geschäftstüchtigen Arzt näher, als die Quelle umzuleiten, das Wasser abzufüllen und es als Heilwasser zu vermarkten.

Unsere Fahrt geht weiter rechtsseitig des Kanals weiter bis zur Moorkolonie Marcardsmoor. Hier müssen wir den Weg zum Nord-Georgs-Fehn-Kanal einschlagen und linksseitig durch das Hochmoorgebiet in Richtung Wiesmoor fahren. Neben der Wegstrecke können wir noch an verschiedenen Stellen Torfstiche zur Brennmaterialgewinnung entdecken.

In Wiesmoor sollten wir uns die Zeit nehmen, die vielen nicht näher zu beschreibenden Sehenswürdigkeiten zu begehen. Erwähnt werden sollen hier nur das Freilichtmuseum, die Moorkolonistenhäuser, die Blumenhalle, das Freizeitgelände am Ottermeer und die riesigen Gewächshausanlagen. Auch können wir ab dem Marktplatz mit umgebauten alten Torfschiffen eine Kanalfahrt buchen.

Unsere Weiterfahrt führt uns dann durch einen Teil des Wiesmoorer Siedlungsgebietes in den Ort Mullberg am Rande des Hopelster Waldes. Versteckt in der Nähe des Forsthauses findet man noch heute Reste einer Klosteranlage aus dem 13. Jahrhundert. Zu diesem Kloster gehörten übrigens große Ländereien im Etzeler Gebiet, die nur über die Mönkebrücke (Mönchsbrücke) zu erreichen waren. Der Hopelser Wald ist ein Staatsforst und wird dank des engagierten Försters Müller weitgehend naturnah umgestaltet.

Nach Verlassen des Waldes fahren wir linksabbiegend durch die weitläufige Flur. Station machen wir nochmals an der ausgeschilderten Steinsetzung "Hunt", einer geschichtlichen Wegemarke am alten Heerweg. Durch die Marxer und Etzeler Wallheckenlandschaft erreichen wir ungefähr nach ca. 8 km unseren Ausgangspunkt.

Länge der Tour ca. 40 km

Die Kutschfahrt

Es soll Menschen geben, die ungern, zumal sie in einer größeren Gruppe integriert sind, körperlich betätigend der Natur näher kommen wollen. Aber nicht nur diesem Personenkreis bietet sich eine Kutschfahrt für eine Exkursion, oder auch nur für ein Gemeinschaftserlebnis in freier Natur an.

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